Jeans im Used-Look sind begehrt, doch die Herstellung ist umstritten. Mittels Sandstrahlverfahren wird der Look auf den beliebten Beinkleidern erzeugt, was für die Arbeiter jedoch tödlich enden kann.
Cirka fünf Mrd. Jeanshosen werden jährlich weltweit produziert, viele davon im Used-Look. Doch um diesen zu erreichen, müssen Arbeiter die Jeans mit Sandstrahlern behandeln, wodurch winzige Quarzpartikel freigesetzt werden, die sich in der Lunge festsetzen und dort zu Vernarbungen führen können. Silikose heißt die unheilbare, in schweren Fällen sogar tödliche Krankheit. Allein in der Türkei soll es laut der „Kampagne für Saubere Kleidung“ (Clean Clothes Campaign = CCC) bereits 46 Todes- und 1.200 Krankheitsfälle gegeben haben.
Während in Herstellerländern wie Pakistan, China, Bangladesch oder Ägypten noch weiter die Sandstrahlmethode genutzt wird, hat zumindest die Türkei reagiert und das Verfahren aufgrund des hohen Gesundheitsrisikos im März 2009 gesetzlich verboten. Auch einzelne Unternehmen ignorieren die Gefahren nicht länger und setzen positive Signale. So haben beispielsweise Levi’s und H&M angekündigt, das Sandstrahlverfahren ab Ende 2010 nicht mehr für die Produktion ihrer Jeans zu nutzen. Bis Ende 2011 wollen auch Lee, Wrangler und Benetton nachziehen. Luxusmarken wie Armani, Prada, Versace oder Dolce & Gabbana haben zu den Verbotsforderungen der CCC bislang keine Stellung bezogen.
Alternativprozeduren zur Herstellung des Used-Looks – wie zum Beispiel das Laserverfahren oder chemische Methoden – gibt es bereits, diese sind jedoch erheblich kostenintensiver. Daher bleibt es fraglich, ob durch den Kostendruck bei der Produktion viele weitere Unternehmen das Sandstrahlverfahren abschaffen werden. Die „Kampagne für Saubere Kleidung“, ein Netzwerk, das sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie einsetzt, ermuntert derzeit die Regierungen, ein Importverbot für die so hergestellten Jeans zu prüfen.
Quelle: 1st-blue - text_melanie strassburg |